2009 - Rufus Beck im Ballenlager
Denn Rufus Beck nahm das Grevener Publikum am Samstagabend mit auf ein humorvolles Abenteuer „Von der Erde zum Mond“. Das Ein-Mann-Theaterstück nach dem Roman von Jules Verne schien ihm auf den Leib zugeschnitten zu sein. Schließlich spielte er ganz allein die verschiedensten Rollen in dem komödiantischen Werk von 1865.
Der amerikanische Bürgerkrieg ist soeben beendet und der altehrwürdige Kanonenklub von Baltimore, der sich die Ballistik auf die Fahnen geschrieben hat, versinkt in tiefster Trauer. Es gibt nichts mehr zu tun in Friedenszeiten. „Nichts gibt es mehr zu zählen: Keine Toten, keine Arme, keine Beine pro Mitglied“, berichtet der Erzähler alias Rufus Beck mit derbem Humor. So abstrus es auch erscheint, warum nicht mit der Kanone auf den Mond reisen? Und schon beginnt das amüsant und schräg erzählte Vorhaben der kanonenbesessenen Amerikaner.
„Die leichte, wandlungsfähige Stimme gefällt mir persönlich am Besten. Die Lacher sind hintergründig versteckt“, kommentiert Egon Koling den Theaterabend. Diese anspruchsvolle Schauspielkost lockte viele Zuschauer, wenn gleich einige Plätze im Ballenlager frei blieben: „Rufus Beck ist ein Highlight von bester Qualität, aber eben ein wenig spezieller“, so Koling.
Wer hingegen die Bühneninszenierung miterleben durfte, kam voll und ganz auf seine Kosten. Geschoss, Geschütz und Schießpulver - bevor die Crew von Impey Barbicane, ehrenwerter Klubpräsident, die Reise zum Mond antrat, mussten zunächst physikalische Fragen geklärt werden. Wunderbar witzig spielte Beck den französischen, etwas naiven Mondfahrer Michel Ardan. Obwohl am Ende die Riesenkanonenkugel am Mond vorbeiflog und im Universum hängen blieb, gabs ein tosendes „Hurra!“ der Amerikaner. Vom Publikum kam dagegen viel Applaus.