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2026 – Musik in d’Lüchterkark – 22. Januar






2026 – Musik in d’Lüchterkark – 22. Januar

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Die Kulturinitiative präsentierte in der Christuskirche Greven „Musik in d’ Lüchterkark – Folk meets Classic“.

„Musik in d’ Lüchterkark – Folk meets Classic“ in der Christuskirche

Geschichten von Licht und Hoffnung

Von Axel Engels

GREVEN. Die Christuskirche war am Donnerstagabend bis auf den letzten Platz gefüllt. Der sakrale Raum verwandelte sich in einen Konzertsaal, ohne dabei seine spirituelle Tiefe zu verlieren – ganz im Sinne von „Musik in d’ Lüchterkark – Folk meets Classic“.

Das Konzept dieser Konzertreihe vereint verschiedene musikalische Stile, Traditionen und Erfahrungswelten. Die gelungene Zusammenarbeit der Kulturinitiative als Veranstalter mit der evangelischen Gemeinde schenkte dem Publikum ein bewegendes Musikerlebnis.

Unterstützt wurde die Musik von einer stimmungsvollen Lichtinstallation, die sich sensibel an die jeweiligen Lieder anschmiegte. Der gute, ausgewogene Sound sorgte dafür, dass jedes Detail hörbar blieb. Hier standen Musikerinnen und Musiker auf der Bühne, die nicht nur virtuos agierten, sondern vor allem erzählerisch denken und Musik als Sprache begreifen. Die Christuskirche wurde so zu einem Raum für Geschichten von Winter und Weihnacht, von Dunkelheit und Licht, von Zerbrechlichkeit und Hoffnung.

Es war eine ehrliche, tief empfundene Einladung, die dunkle Jahreszeit mit dem Licht der Kerzen zu erhellen, und genau darin liegt die Kraft dieser Konzertreihe, die von Ende November bis Anfang Februar über 30 Konzerte umfasst.

Musikalisch spannte „Musik in d’ Lüchterkark“ einen beeindruckenden Bogen: vom Christmas Carol über bekannte Arien aus Oper und Oratorium bis hin zu Winterfolk und weihnachtlichen Volksliedern aus aller Welt, immer wieder durchzogen von mitreißender Instrumentalmusik. Dieses Crossover-Projekt lebt von den besonderen Persönlichkeiten, die es tragen und prägen, von ihrer Erfahrung, ihrer Offenheit und ihrer spürbaren Freude am gemeinsamen Musizieren.

Besondere Höhepunkte setzten an diesem Abend Borkums singender Wattführer Albertus Akkermann, der mit seiner unverwechselbaren Stimme sowie seiner humorvollen, herzlichen Art die Nähe zum Publikum suchte und fand, der mexikanische Lautenist Fernando Olivas, dessen virtuoses Spiel auf Laute und Barockgitarre eine feine, beinahe schwebende Klanglichkeit in den Raum brachte, sowie die Global-Folker von La Kejoca.

Eindringliche Melodien trafen auf mitreißende Folktunes, virtuose Instrumentalstücke auf ausdrucksstarken Gesang. Die Setliste des Konzerts war fein ausbalanciert: von norddeutsch geprägten Stücken wie „Unweert Gast“ und „Lüchtertied“ über die poetische Dichte von „Winternacht“ bis hin zur beeindruckenden Soloimprovisation auf der Thorben. Das „Carol Medley“ verband bekannte Melodien zu einem neuen Ganzen, während „Marias Weegenleed“ mit seiner Innigkeit berührte und „Winterwind“ die raue Schönheit der kalten Jahreszeit musikalisch einfing.

Mit „Pass up“, „Na Bethlehem“ und „Daar is mien Haart“ öffnete sich der Blick auf unterschiedliche kulturelle Perspektiven. „Ol’ Man River“ erklang als tiefgründige Ballade von Leid und Hoffnung. Mit „Bella Ciao“ fand der Abend einen Abschluss, der politisch wie emotional gleichermaßen aufgeladen war und das Publikum an die Bedeutung von Freiheit und Widerstand erinnerte. Für besondere Akzente sorgten die Musikerpersönlichkeiten. Das Zusammenspiel der unterschiedlichen musikalischen Hintergründe machte den besonderen Reiz des Abends aus.

Im Zentrum vieler Stücke stand zudem das neue Album „Leicht zerbrechlich“ von La Kejoca, das im Kontext von „Musik in d’ Lüchterkark“ vorgestellt wurde und sich mit der Bewahrung von Werten wie Freiheit, Zusammenhalt und Menschenwürde beschäftigt. In einer Zeit, in der Freiheit nicht mehr als selbstverständlich gelten kann, griffen die Lieder Gedanken auf, die weit über den Konzertabend hinausweisen. Sie erzählten von gesellschaftlichem Zusammenhalt und Erinnerungskultur – nicht belehrend, sondern poetisch, eindringlich und voller Hoffnung. Der Abend machte deutlich, dass „Musik in d’ Lüchterkark“ mehr ist als ein Konzertformat: Es ist eine Haltung, eine Einladung zum Zuhören, zum Innehalten und zum gemeinsamen Erleben.



Quelle: 2026 – Musik in d’Lüchterkark – 22. Januar