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6- Zylinder im Ballenlager






6- Zylinder im Ballenlager


6-Zylinder im Ballenlager (WN)
Die 6-Zylinder gehören noch lange nicht zum alten Eisen. Am Samstagabend zeigten sie, dass sie nach über 25 Jahren auf den Brettern, die die Welt bedeuten, nichts an Spritzigkeit und Esprit verloren haben. Aus dem altbewährten „a cappella“ machten sie ein Acapulco – gleich ihrem neuesten Programm. Nach Ausscheiden gleich dreier Mitglieder hatten Henrik Leidreiter, Jos Gerritschen und Thomas Michaelis den charismatischen Winne Voget zurückgeholt. Und als „Küken“ erlebte man im ausverkauften Ballenlager Matthias Ortmann. Diese Frischzellenkur hat den 6Zylindern gut getan, da stimmte die Chemie der Herren untereinander.

Mit einem spritzigen „Mexiko“ ging es erst einmal in Chart-erprobte Gefilde, zeigten die 6-Zylinder einen ganz neuen Sound. Sämtliche Arrangements waren überarbeitet, dem neuen Stimmgefüge angepasst worden. Diese Frische und Lebendigkeit übertrug sich auf das begeistert mitgehende Publikum. Pfiffige und humorvolle Moderationen taten da ihr Übriges. Mit einer gar köstlichen Zwischeneinlage als Schulte-Brömmelkamp gewann Thomas Michaelis die Herzen aller, sein „Kartoffelbauer“ gipfelte in einem fulminanten „Countryboy“ zu rhythmischer Untermalung mit Rechen, Schippe und Klappstuhl. Rückkehrer Winne Voget, im normalen Leben Leiter der Jugendkunstschule in Ibbenbüren, swingte mit Charme und bester Gesangskultur zwischen den Musikgenres. Und natürlich ließen sich die Herzen der Frauen vom dem Niederländer Jos Gerritschen im Sturm erobern, seinem „A Dios Le Pido“ entkam keine.

Hendrik Leitreiter, der Senior unter den 6-Zylindern, steuerte mit seinen Moderationen köstliche Momente bei, sein Bass glänzte da nicht nur musikalisch. Mit spitzer Zunge nahm er sich und seine Kollegen auf die Schippe, im „Lied über die Liebe“ gab er einen hinreißenden meuchelnden ehemann. Thomas Michaelis, den man sich nach seinem grandiosen „Stillen Zecher“ nur schwer als seriösen klassisch ausgebildeten Pianisten im „Konzertfrack“ vorstellen kann, schlüpfte virtuos in die verschiedensten Rollen, Wiener Charme verband sich da mit westfälischer Bauernschläue. Mit einer Abwandlung des „Minnie the moocher“ zu „Heidi, Heidi, Heidi Klumm“ zeigten sich die 6-Zylinder ganz auf der Höhe der Zeit. Und sie wurden mit Riesenbeifall belohnt – erst nach mehreren Zugaben ließen die Besucher ihre 6-Zylinder gehen.

 

6-Zylinder im Ballenlager (GZ)

Die Herren können singen und swingen. Dei 6-Zylinder waren jetzt in Greven zu Gast. Gemeinsam nahmen sie ihren jüngsten Mitstreiter Matthias Ortmann in die Mitte, da wurde aus dem Quartett der “älteren Herren” schnell ein in sich geschlossenes Quintett der Spitzenklasse.

Die Kulturinitiative hatte sich selbst und den vielen Fans dieser exquisiten Gesangs-Formation mit diesem Abend ein wunderbares Geschenk gemacht. Denn “a Cappella” im traditionellen Stil war gestern – mit “acapulco” setzten die 6-Zylinder nicht nur musikalisch neue Maßstäbe. Mit schier unglaublicher Energie fegten die Herren über die Bühne, selbst nach über 25 Jahren “on stage” macht ihnen so leicht keiner etwas vor.

Nach einer gründlichen Umbauphase präsentierten sie als Quintett ihr neues Programm, “Acapulco” wurde Inbegriff einer mitreißenden Musikshow. Thomas Michaelis, Jos Gerritschen, Henrik Leidreiter und den Rückkehrer Winne Voget kannten alle Fans im Ballenlager, Multivokalartist Matthias Ortmann hatte an diesem Abend seine Grevener Bewährungsprobe. Sopran, Tenor, Bariton, Bass und Beatbox – all dies beherrschte der Youngster der 6-Zylinder perfekt. Und die “älteren Herren” nahmen ihn freundlich in die Mitte, überließen ihm sogar diverse Soli.

Der Umgang der fünf Stimmakrobaten untereinander war spürbar natürlich und spannungsfrei. Die Arrangements wurden zuletzt überarbeitet, schließlich verfügen die 6-Zylinder über ein ganz neues, interessantes Klangbild. Ohne die höchsten Töne von Tilo Beckmann bekam Bassist Hendrik Leitreiter eben mehr zu tun. Schon bei ihrer “a-Cappella-Show” zeigte sich diese Veränderung. “Mexiko” war mit seinem Latino-Temperament einfach köstlich, da sangen viele mit, dieses gemeinsame Wohlbefinden zog sich durch die Show.

Thomas Michaelis zeigte sich nicht nur von leicht alkoholisierter Seite mit seiner Wiener Paraderolle als “stiller Zecher”. Als Ur-Westfale á la Brömmelkamp, Kartoffelbauer in Gummistiefeln, ließ er die Freudentränen in Strömen fließen. Mit einem rasantem “Countryboy” ging es singend und stampfend in die Pause. Henrik Leitreiter mordete sich danach als unterdrückter Ehemann mit einem bitterbösen “Lied an die Liebe” durch das heimische Schlafzimmer. Jos Gerritschen sang sein “Hungry Heart” so gefühlvoll, dass Bruce Springsteen vor Neid erblasst wäre. Mit einer an Ironie fast nicht zu überbietenden “Uptown Girl”-Persiflage wurde das häusliche Drama schnell zum “Abtaun, Girl” umgewandelt. Auch modernere TV-Zeiten fanden Eingang, ihre heimliche Liebe zu weiblichen Reizen gipfelte da in einer Liebeserklärung an “Heidi, Heidi, Heidi Klum”. Großartig!