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Acoustic Revolution in der Kulturschmiede






Acoustic Revolution in der Kulturschmiede


Acoustic Revolution in der Kulturschmiede (WN)
Drei sympathische, leicht chaotische Musiker kamen am Freitag aus dem Herzen Bayerns, um ihre musikalische Revolution bis nach Greven ins Kesselhaus zu tragen. Was die Gruppe „Acoustic Revolution“ im Gepäck bei sich trug, hatte nichts mit der Liedermacher-Szene, „unplugged“-Konzerten oder Lagerfeuerromantik zu tun. Trotzdem fühlten sich die Freunde guter handgemachter Musik an diesem Abend im Kesselhaus einfach bestens unterhalten.

Einordnen in irgendwelche Schubladen ließ sich weder die Musik noch die Musiker. Tom aus der Hamburger Szene brachte seine Vorliebe für den harten und energiegeladenen Sound von Metallica ein, Germar mit Südstaatenwurzeln hatte wohl die Musik der Eagels mit der Muttermilch aufgesogen und Kontrabassist Dennis aus der k.u.k.-Monarchie glänzte als studierter Jazzmusiker mit wilder Virtuosität und ungebrochener Spielfreude.

Ihr Leitspruch und Name des neuen Silberlings „Ramble and Roam“ als zielloses Herumstromern bezog sich bei den drei wild gekleideten Herren wohl auf ihre Vorliebe, sich ganz freizügig aus den Töpfen von Pop, Rock, Irish Folk, Blue Grass und Country zu bedienen. Daraus mixten sie eine Musik, die mit aller Kraft sich den Weg durch die Gehörgänge suchte, aufrüttelte und irgendwie nicht mehr losließ. Mit Banjo, Gitarre und Kontrabass und diversen Rhythmusgeräten unter den Stiefeln stampften sie revolutionär durch das Kesselhaus. Mit ihrem Crossover ließen sie das Gebäude erzittern, sehr zum Vergnügen der leider zu wenigen Zuhörer. Vom „Zigeunerwalzer“ ging es rasant in kosmische Weiten mit dem Alien-Song „Alone“, dann besang das Trio sogar den trügerischen Mond. Man reiste bereitwillig mit „Acoustic Revolution“ auf den wahren von ihnen wiederentdeckten Wegen des „Highway to hell“, besuchte so ganz nebenbei Alan Jackson und seinen „Country boy“. Ohne überflüssiges Beiwerk stürzten sich die drei bunt gekleideten Herren auf jeden Song, Eric Clapton hätte sein „Lay down Sally“ in dieser nicht zu bändigenden Art wohl auch so gut gefunden wie das Publikum – einfach ein genial unterhaltsamer Abend.

 

Acoustic Revolution in der Kulturschmiede (MZ)
Wer den Freitag auf dem Eurocity-Fest in Münster oder auf der Beat-Party im Hafen verbracht hat, der hat vielleicht einen tollen Abend erlebt, die musikalische Revolution allerdings verpasst.

Die brachten auf Einladung der KI drei Musiker aus Bayern in die Kulturschiene, deren Outfit jeden Puristen des akustischen Folks verschreckt hätte. Irisch war vielleicht das Muster des Wickelrocks, der Rest war mit Elementen aus Gothic, Metal und Rock durchsetzt. Die schweren, eisenbestückten Stiefel dienten den drei ungezügelten Musikern sogar als Rhythmusinstrumente. Aber Angst brauchte man vor Tom, Germar und Dennis nicht zu bekommen. Sie hatten etwas Edleres im Sinne als Chaos und Zerstörung. Als Streiter im Dienste mitreißender Unterhaltung hatten sie sich bei ihren Vorbildern hemmungslos bedient. Die Zutaten ihres Menüs kamen vom Irish Folk, aus Country, Rock und Pop.

Was sie allerdings daraus machten, war nun wirklich spritzig und mitreißend. Das Trio mit dem bezeichnenden Namen „Acoustic Revolution“ ließ keinen Zweifel daran, dass in ihrer Banjo-Gitarren-Kontrabass-Version das traditionelle „Oh! Susanna“ selbst nach 63 Jahren so jugendlich frisch erklang wie beim kalifornischen Goldrausch.

Ihre Wurzeln konnten die drei Musiker aus Deutschland, Österreich und den USA nicht verbergen. „Have some fun“ mit rasanten Saitenriffs von Banjo, Gitarre und Kontrabass hatte jede Menge Kultpotenzial. Wenn das Trio mit den schweren Stiefeln den Rhythmus angab, vibrierte die Bühne. Aber auch bei den gelegentlichen ruhigeren Balladen waren sie zu Hause. Mit viel Gefühl besangen sie die Einsamkeit in trauten Horror-Heimen, schlenderten mit ACDC über den Highway und schunkelten im südfranzösischen Zigeunerwalzer.

Die Show von „Acoustic Revolution“ riss einfach brachial mit, an anderen Orten rasten die Besucher in großer Zahl regelmäßig aus. Die ungestüme Energie übertrug sich, professionell bis in die letzte Faser boten sie schweißtreibende Songs, kapitulierten bei „Surrender“ vor niemandem außer sich selber. Wer dieses Trio erlebt hat, für den bekommt der Begriff Revolution eine ganz neue Bedeutung. Tradition und Moderne mischten sich in markanter Weise, von „Country Boy“ bis zu den Aliens traf „Acoustic Revolution“ den Geschmack des Publikums.