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Basta im Ballenlager






Basta im Ballenlager


Basta im Ballenlager (WN)
Die fünf smarten Sänger der Gruppe „Basta“ konnten am Freitag im Ballenlager sofort einige Prisen Lokalkolorit ins überaus unterhaltsame Programm „Basta macht blau“ einflechten. Die Kulturinitiative hat mit dieser Gruppe einmal mehr ihr Gespür für niveauvolle Unterhaltung bewiesen.

Die fünf smarten Sänger der Gruppe „Basta“ sind in Greven alles andere als Stammgäste. Doch die erfolgreiche A-Capella-Formation konnte am Freitag im Ballenlager sofort einige Prisen Lokalkolorit ins überaus unterhaltsame Programm „Basta macht blau“ einflechten. Die Kulturinitiative hat mit dieser Gruppe einmal mehr ihr Gespür für niveauvolle Unterhaltung bewiesen.

Es war eines der letzten Konzerte von „Basta“ in dieser Zusammenstellung, Bassist Andreas Hardegen verlässt die Band. Aber an diesem Abend wollten es die fünf Sänger noch einmal so richtig krachen lassen. Mit ihren groovigen Rhythmen und komödiantischem Witz gewannen sie einfach jedes Herz im Sturm. Die süffisanten Moderationen von William Wahl und Thomas Aydintan unterhielten in bester Entertainermanier, niemals zu anstößig oder platt, sondern mit Sprachwitz und Selbstironie durchdrungen.

Schon beim Einleitungssong „Es bringt nichts, auf der Waage den Bauch einzuziehen“ zeigte „Basta“, dass sie ihr gesangliches Handwerk von der Pike auf gelernt haben und verdienen, in einem Atemzug mit Den „Wise Guys“ oder „Voicemail“ genannt zu werden.

Zu einem wahren Angriff auf die Lachmuskulatur der über 350 Besucher mutierte der „Duschvorhang“, ließen sie mit ihrem „AppDepp“ die Apfel-Fanatiker in einem ganz anderen Licht erscheinen. Wenn sie vom „Frühstück bei Stefanie“ sangen verblasste jede TV-Vorabendserie zur langweiligen Seifenoper.

Mit versierter Gesangskunst konnten sie den jeweiligen Liedern ein ganz klangfarbenreiches Gewand geben. Mit ihrem Mix aus aktuellen Stücken und älteren Songs heizten sie die Stimmung im Ballenlager an, boten neben ihren kleinen Choreographien auch jede Menge Schauspielkunst. Wenn René Overmann mit vollem Körpereinsatz etwas schüchtern den „Womanizer“ gab, Thomas Aydintan sich einem Albtraum gleich bei „Being Reinhard Mey“ im Körper des Barden wiederfand, dann war dies einfach große Kunst, die den Nerv der Zeit traf und jederzeit für Überraschungen gut war.

Selbst vor so Größen wie der schwedischen Gruppe Abba machten sie nicht halt, ihr „EssOEss“ wurde vielstimmig von dem begeisterten Publikum mitgesungen. Vor dem Testosteron des „Bratislava Lover“ müssen sich die männlichen Sex-Idole in Acht nehmen, diesem coolen Liebhaber lagen die Herzen aller Frauen zu Füßen. Ob Ballade, Rockabilly oder Reggae – „Basta“ war in allen Sparten zu Hause.

In ihren Lieder erzählten sie Geschichten, die das Leben schrieb – wie bei den Beziehungskisten zwischen Mann und Frau. „Gegensätze ziehen sich aus“, hieß dann auch ein anspielungsreiches Lied über die „Gegensätze zwischen ihm und ihr“. Kultig war auch, was die Sänger in umwerfender Parodie mit Kasatschok-Einlage auf Don Kosaken in der Russendisco machten. Einfach grandios mitreißend wirkte die Hymne „Gimme Hope Joachim“ als Loblied auf Bundestrainer Joachim Löw und sein Team, passend zum Start der Bundesliga-Rückrunde ein tolles Sahnehäubchen für die „Basta“ – und ein musikalisches Trostpflaster für diejenigen, die nicht „auf Schalke“ sein konnten.