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Bleiming/Muschale in der Kulturschmiede






Bleiming/Muschale in der Kulturschmiede


Bleiming/Muschale in der Kulturschmiede (WN)
Frank Muschalle und Christian Bleiming sind zwei Namen, die schon seit Jahren mit der KI und Weihnachten fest in Verbindung gebracht werden.

Wenn die beiden mit glänzenden roten Lackschuhen am Flügel sitzen, folgen hundert begeisterte Zuhörer in der Kulturschmiede, die sich von den schwungvollen Boogie-Woogie-Interpretationen der beiden Pianisten anstecken lassen. Die Musikrichtung aus den 30ern und 40ern hat es den beiden angetan. „Rocking“ und „Torpedo“ sind die Titel.

Nach einem schnellen „Ritt“ über die 88 weißen und schwarzen Tasten erklingt aus dem Publikum ein scherzhaftes „Das Pferd ist tot!“ und auch die Musiker müssen erst einmal kurz verschnaufen. Schließlich nutzen sie die komplette Bandbreite ihres Instruments schwungvoll aus.

Zunächst spielt Christian Bleiming fast schon melancholisch und gibt den Jazz- und Swingtiteln seine eigene Handschrift. Nach einem kurzen Solopart leitet er zu seinem Freund Frank Muschalle über, der leicht und beschwingt Triolen zum Besten gibt und anschließend mit Blick auf die Bar ein bisschen ruhiger seinen Blues Hangover interpretiert.

Die beiden Musiker nutzen dabei gekonnt alle Facetten, die ihnen das Tasteninstrument bietet. „Die linke Hand wird hierbei schon verrückt“, schmunzelt Frank Muschalle nach seinem „Space going Crazy“. Nicht nur in 16teln, sondern auch in 32teln und sogar 64teln rauscht er mit seinen Fingern über die Tasten, so dass man mit dem Auge kaum folgen kann.

Als die beiden Rücken an Rücken auf der Bühne sitzen, merkt man, dass sie als wahres pianistisches Dreamteam auftreten. Zu gut kennen sie die Tendenzen des jeweils anderen und hämmern nicht nur auf die Tasten, sondern setzen gekonnt jeden einzelnen Ton ins Rampenlicht. Trotz musikalischer Höchstleistung bleibt dabei immer noch die Möglichkeit, dem anderen über die Schulter zuschauen oder charmant ins Publikum zu lächeln.

Eine bewundernswerte Leistung am Samstagabend, die für die Kulturinitiative einen wunderbaren vorweihnachtlichen Abschluss des Jahres bot.