Back to Top

Brian Auger in der Kulturschmiede






Brian Auger in der Kulturschmiede


Brian Auger in der Kulturschmiede
Der Ruf der Legende scheint nicht bis nach Greven gedrungen zu sein, jedenfalls wenn man die Besucherzahlen betrachtet. Als Brian Auger und seine Band am Freitagabend in der Kulturschmiede zu einer musikalischen Reise in die Vergangenheit luden, drängten sich vor der Bühne ganze 70 Zuhörer. War es dem Länderspiel gegen die Türkei geschuldet? War der Eintrittspreis von 22 Euro für viele zu hoch? Oder entspricht der Sound der späten Sechziger Jahre, mag er noch so anspruchsvoll sein, nicht mehr dem Lebensgefühl der Gegenwart?

Jene allerdings, die gekommen waren, wurden nicht enttäuscht, im Gegenteil. Brian Auger als Meister der Hammondorgel zu bezeichnen ist schon eher eine Untertreibung. Er ist der wohl weltbeste Virtuose auf diesem Instrument, und das zeigte er dem Publikum in der Schmiede, begleitet von seiner Tochter Savannah (Gesang), seinem Sohn Karma (Drums) und dem genialen Bassisten Les (The Big) Baker.

Brian Auger gründete 1965 zusammen mit Rod Stewart, Julie Driscoll und John Baldry die Gruppe Steampacket um anschließend mit der phänomenalen Julie Driscoll die Gruppe Trinity ins Leben zu rufen. Road To Cairo, This Wheels on Fire, Season Of The Witch sind nur einige Hits aus der Zeit, die er auch in der Schmiede präsentierte. In der stetigen Weiterentwicklung festigte sich Augers Stil zu einer groove-betonten Mischung aus rhythmischen Elementen des R&B und Funk und harmonischen und melodischen Elementen des Jazz. Brian Auger trat auch mit Klaus Doldinger, Alexis Korner, Pete York, Eric Burdon und anderen Größen der populären Musik auf.

Die Besucher der Schmiede zeigten ihre Begeisterung nicht nur durch frenetischen Beifall sondern auch durch den mehrmaligen Ruf nach Zugaben, dem Auger und seine Band gerne nachkamen. Schade, dass sich nicht mehr Grevener für ein solch außergewöhnliches Konzert, für das die Kulturinitiative verantwortlich zeichnet, begeistern konnten. Denn nicht alle Tage kommt ein Musiker in die Stadt, der für sein Lebenswerk immerhin den Lifetime Achievement Award erhielt.