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Inga Rumpf im Ballenlager






Inga Rumpf im Ballenlager


Inga Rumpf im Ballenlager (WN)
Wie eine Reise in die eigene Vergangenheit war das Konzert der Kulturinitiative mit Inga Rumpf am Samstagabend in dem restlos ausverkauften Ballenlager. Inga Rumpf ist eben immer noch ein Kult, solch eine überragende Musikerin mussten die Liebhaber feinster Rockmusik einfach auch live erleben.

Mit ihrer intensiven Art zeigte die sympathische Rock-Lady, dass sie auch nach so vielen Jahrzehnten immer noch nichts an Energie und Leidenschaft verloren hatte. Dass sie auch den Blues in all seinen Facetten beherrscht, wurde für das begeistert mitgehende Publikum schon bei den ersten Songs klar.

Sie kann eben mehr als man aus alten „Frumpy“ und „Atlantis“-Zeiten von ihr kennt. In bestens abgemischtem Sound konnte sie sich ganz auf die Qualitäten ihrer Band verlassen. Inga Rumpf hat seit Anfang der 60er Jahre Rockgeschichte geschrieben. Als Sängerin an der Seite von Udo Lindenberg und Alex Conti für Furore gesorgt, Anfang der 70er Jahre sogar mit „Atlantis“ auf Welttournee ging.

Aber ihr „Back to the Roots“ war keine Aneinanderreihung angestaubter Rocksongs, sondern ihren damaligen Hits hatte sie ein ganz lebendiges und vom Staub der Zeit befreites Gewand gegeben. Dabei wurde sie bestens unterstützt durch den Keyboarder Joe Dinkelbach, der schon mit John Aebercrombie, Charly Mariano, Silvia Droste, Ron Williams und der NDR Bigband große Erfolge gefeiert hat.

Auch die Saitenfraktion war mit Matthias Pogoda und Thomas Biller bestens vertreten und mit seinem punktgenauen Spiel konnte Robin Fuhrmann am Schlagzeug allem den nötigen Drive verleihen. „When the night comes“ und „How the gipsy was born“ bestachen durch ihre Intensität und auch ruhige Balladen wie „At night“, „Blackwater Blues“ und „Love Potion N.9“ zogen an diesem Abend jedem im Ballenlage in ihren Bann.

Inga Rumpf, die von B.B. King, dem King of Blues, zu dessen Abschiedstournee eingeladen wurde, gehört zu den ganz großen Künstlern. Sie zeigte sich an diesem Abend mit ihrer ganz natürlichen Art als ein Star, der die Nähe zum Publikum suchte. Die inspirierende Zeitreise mit „Going to the country“ und „Indian Rope Man“ näherte sich viel zu schnell ihrem Ende.

 

Inga Rumpf im Ballenlager (GZ)

Ein erleichterter Stoßseufzer ging durch die Inga-Rumpf-Gemeinde im ausverkauften Ballenlager in Greven, denn endlich sahen und hörten viele Fans ihre Lieblingsmusikerin. Die Kulturinitiative Greven schaffte das Kunststück, Rumpf zum ersten Mal nach Greven zu locken.

„Ich bin immer auf der A 1 an Greven vorbeigerauscht. Endlich bin ich hier und ich fühle mich sauwohl“, begrüßte Rumpf ihr Publikum – und erntete schon jetzt begeisterten Applaus.

Als Teenager betrat die gebürtige Hamburgerin mit Bluesmusik erstmals die Bühnenbretter in ihrem Stadtteil St. Pauli. Heute ist sie mit 68 Jahren immer noch voller Energie. In über fünf Jahrzehnten hat sie 1000 Songs für sich und andere geschrieben, hat verschiedene Musiksparten vom Blues über Gospel durchwandert.

Auf der Bühne brachte sie ihre Freunde mit. Martin Scheffler (Gitarre) sorgte in vielen Soloeinlagen für pure instrumentale Erlebnisse, in denen er zwischen Rock und Jazz pendelte. Robin Fuhrmann (Drums), Thomas Biller (Bass) und Joe Dinkelbach (Keyboards)befeuerten die instrumentalen Highlights auf ihre Art.

Kurze knappe Geschichten erzählte Rumpf zu manchen Songs. „Eines Morgens wacht man auf und ist 65. Es geht bis auf ein paar Kleinigkeiten“, schickte Rumpf dem daraus entstandenen Song „Woke up this morning“ voraus. Von Wehmut war sie weit entfernt. Dafür war dieser Titel zu lebensprall und positiv.

„Spooky yesterday“ gehört ebenfalls zu den jüngeren Titeln, in denen sie Rückschau hält und die Zukunft positiv im Blick behält. „Come and go“ gehört zu den Songs, die einige Jahre auf dem Buckel haben, Abnutzungserscheinungen ausgeschlossen. Rumpf und die vier Musiker machten daraus in Greven einen absoluten Ohrenknaller, der endgültig fast alle Besucher mitriss. Einige hielt es nicht mehr auf den Sitzen. Sie tanzten lieber.