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Kai Degenhardt im Kesselhaus






Kai Degenhardt im Kesselhaus


Kai Degenhardt im Kesselhaus (WN)
Der Sänger Kai Degenhardt wird oft mit seinem Vater Franz Josef Degenhardt verglichen, der im vergangenen Jahr starb. Im Kesselhaus bewies der Liedermacher, dass er eine ganz eigene Art gefunden hat, mit dem Erbe seines Vaters umzugehen.

Es ist oftmals nicht leicht, aus dem Schatten eines großen Vaters zu treten, zumal wenn man auf ähnlichen Wegen wandelt. So wird wohl auch Kai Degenhardt oft mit seinem Vater, dem im Vorjahr verstorbenen deutschen Liedermacher Franz Josef Degenhardt, verglichen.

Wer Kai Degenhardt am Freitag erlebt hat, dem mögen wohl Parallelen vom Timbre der Stimme und natürlich vom gesellschaftspolitischem Anspruch aufgefallen sein. Aber Kai Degenhardt hat eine ganz eigene Art gefunden, mit dem Erbe seines Vaters umzugehen und gleichzeitig ein eigenes Profil zu entwickeln.

Bevor er, wie schon vor Jahrzehnten auch Hannes Wader und Reinhardt Mey, im legendären Bielefelder Bunker auftritt, stellte er auf Einladung der KI im Kesselhaus neben altbekannten Liedern aus dem Familienerbe und früher komponierten politischen Liedern seine neue CD „Näher als sie scheinen“ vor. Dass er mit geschärftem Blick auf die Dinge schaut, ist bei solch einer Familientradition selbstverständlich. Aber Kai Degenhardt schafft es, die Dinge auf den Punkt zu bringen und verliert sich dabei nicht in Nebensächlichkeiten.

Als versierter Musiker – seine letzte CD „Weiter draußen“ wurde mit dem Preis der deutschen Schallplattenkritik ausgezeichnet – verbindet er mehrere Stile zu einem ganz eigenen Sound, der die Intensität seiner Texte noch unterstreicht. So erreichte er an diesem Abend mit Liedern wie „Homecoming“ jeden Zuhörer, seine Schilderung über das individuelle Leid der betroffenen Menschen beim Eintreffen der „Alexander Arndt“ in ihrem Heimathafen ging ganz tief unter die Haut. Die „Wege zum Glück“ sind für Kai Degenhardt ebenso steinig wie für andere Menschen, aber er geht sie lyrisch inspirierend. Wenn er mit „Weiter draußen“ die Enge des eigenen Denkens und die Beschränktheit der im Strom mittreibenden Menschen überwand, war er bis in jede Faser authentisch.

Das machte diesen Abend mit seinen Liedern so spannend. Man ging gemeinsam mit diesem sympathischen Liedermacher ein Stück des Weges – zurück in die Vergangenheit der „Guten alten Zeiten“ und in eine vielleicht ungewisse Zukunft „Über dem Mond“.

 

 Kai Degenhardt im Kesselhaus (GZ)
„Es war ein ganz besonderes musikalisches Ereignis,“ so beschrieb einer der Gäste das Konzert, das der Liedermacher Kai Degenhardt am Samstagabend im Kesselhaus gab.Zum Auftakt seiner Tour präsentierte er in Greven erstmals Lieder aus seinem neuen Album „Näher als sie scheinen“.

90 Minuten lang lauschte das Publikum aufmerksam dem Liedermacher. „Ich habe Greven als Anlaufstation meiner Tour gewählt, weil mir das kulturelle Angebot hier sehr gefällt,“ sagte Kai Degenhardt. In seinen Liedern bezieht sich der 48-Jährige größtenteils auf aktuelle Themen und auf Situationen des Alltags. Aber auch Begebenheiten aus der Vergangenheit waren Themen seiner Lieder.

Ein Stück, das sein Vater, der berühmte Franz-Josef Degenhardt, in den 60er Jahren schrieb, passte nahezu perfekt zur aktuellen Situation im japanischen Fokushima und zur Atompolitik des Landes. „Ein Lied aus den guten alten Zeiten,“ sagte Degenhardt.

Neben dem neuen Album gab der Liedermacher auch einen kleinen Einblick in seine technischen Hilfsmittel. So beschrieb er dem Publikum in Verbindung mit einem Lied die Funktion eines so genannten „Loop-Recorders“, der dafür zuständig ist, kleinere Passagen eines Liedes aufzunehmen und nachher wiederzugeben.

Degenhardt abschließend: „Die nächste Station meiner Tour wird Bielefeld sein. Greven hat einen guten Eindruck bei mir hinterlassen.“