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Kento su Nova in der Kulturschmiede






Kento su Nova in der Kulturschmiede


Kento su Nova in der Kulturschmiede (WN)
Es ist ein bisschen Pop. Ein bisschen Drum & Bass. Aber vor allen Dingen Jazz. Ganz so einfach lässt sich die Musik von Kento Su Nova nicht beschreiben. Da passt keine Schublade genau ins Konzept. Grenzen überschreitet diese Formation ohne jegliche Mühen. Nicht zuletzt, weil jede Menge Improvisation in ihren Stücken steckt. Das Konzert in der Kulturschmiede am Samstagabend verlangte allerdings weitaus mehr spontanen Ideenreichtum als es wohl auch der Band beliebt.

Denn das Jazz-Quintett war nicht das, welches KI-Chef Egon Koling vor gut einem Jahr an Land gezogen hatte. Ken Norris, amerikanischer Sänger und Herzstück der Band, musste seinen Auftritt krankheitsbedingt absagen. Aber kurzerhand zauberte Pianist und Formationschef Tobias Sudhoff ein mindestens ebenso großes Kaliber aus dem Hut: Mit Peter Fessler stand am Samstagabend ein Stimmwunder der Jazz-Musik in Greven auf der Bühne. „Für mich einer der besten Jazz-Sänger weltweit“, schürte Tobias Sudhoff schon vorab die Erwartungen im Publikum.

Der gezogene Vergleich mit Gesangsstars wie Bobby Mc Ferrin oder gar Al Jarreau mag vielleicht etwas zu hoch gegriffen sein. Doch die bewundernswerte Stimme schlug gleichwohl ein wie eine Bombe. Erst lautmalerische Wortspiele in allen Höhen und Tiefen, dann adaptierte Jazz-Klassiker wie Autumn Leaves oder ein sommerlicher Samba de Verão zum Abschluss – was Peter Fessler im Zusammenspiel mit den Instrumentalisten von Kento Su Nova zeigte, glich Jazz vom Feinsten auf höchstem Niveau. Unglaublich, begeisternd! Szenenapplaus und am Ende Zugaben im Minutentakt. Die zahlreichen Zuhörer in der Schmiede konnten vom Sänger gar nicht genug bekommen. Gleichermaßen verzückten auch die übrigen Akteure mit ihrem eigenen Stil das Publikum. Allen voran Jazz-Allrounder Tobias Sudhoff. Mal am Klavier, mal am Rhodes-Piano zauberte der Arrangeur und Komponist flotte Soli auf die Tasten. Und dem Publikum blieb nicht vorenthalten, dass dieser Mann auch Kabarettist von Herzen ist. Witze und Späße flossen amüsant in das Konzert ein.

 

Kento su Nova n der Kulturschmiede (MZ)
Musikalisch experimentierte die bunte Truppe ebenfalls: Peter Fessler imitierte gekonnt das virtuose Spiel von Trompeter Gerard Kleijn. Am Kontrabass glänzte Uli Wentzlaff Eggebert mit tiefen Sounds. Schlagzeuger Joost Kesselaar sorgte für den passenden Beat. Kein Wunder, dass da der abschließende Applaus nicht enden wollte. Sogar mit Standing Ovations ehrten einige Zuhörer die Formation. Ein Jazzabend der ganz besonderen Art!

Spontan, witzig und virtuos an den Instrumenten: Der Jazz-Abend mit „Kento Su Nova“ bot allerbeste Unterhaltung. Eine derart weite gestreute musikalische Reise gelingt nur wenigen Musikern.

‚Eine Mischung aus Jazz, Pop, Klassik, afrikanischen und südamerikanischen Rhythmen formt sich bei „Kento Su Nova“ zu einem ganz und gar einzigartigen Sound. Joost Kesselaar an den Drums, Uli Wentzlaff Eggebert am Kontrabass, Gerard Kleijn an der Trompete und Komponist und Arangeur Tobias Sudhoff an Klavier und Rhodes Piano fesselten in der Kulturschmiede ihr Publikum.

Als Sänger agierte Peter Fessler, „einer der besten Jazz-Sänger der Welt“, wie Tobias Sudhoff herausstellte, der ersatzweise für den erkrankten Ken Norris eingesprungen war.

Tiefe Basslinien im Zusammenspiel mit druckvollem Schlagzeugeinsatz, dazu mal jazzige, mal klassisch angehauchte Voicings am Piano begeisterten die Zuhörer. Scat-Virtuose Peter Fessler demonstrierte eindrucksvoll als „Human Synthesizer“ wie originalgetreu er eine Phrase von Trompeter Gerard Kleijn mit seiner Stimme wie eine Trompete nachformen konnte.

Das die Profis von „Kento Su Nova“ witzig, spontan und kreativ sind, stellten sie ebenfalls unter Beweis: Muttertag und Landtagswahl fanden in den Stücken genau so ihren Platz wie „the nice sounds of Handy Klingeltones“ eines peinlich berührten Zuhörers.