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Knut Kiesewetter in der Kulturschmiede






Knut Kiesewetter in der Kulturschmiede


Knut Kiesewetter in der Kulturschmiede (WN)
Das nordische Jazz-Urgestein Knut Kiesewetter bei der Kulturinitiative Greven – so etwas ist eigentlich eine Sensation. Denn seit seinem 65. Geburtstag hat sich einer der größten deutschen Jazzer mit internationaler Anerkennung weitgehend vom Konzertleben zurückgezogen. Wäre nicht der Pianist Tobias Sudhoff als enger Freund von Knut Kiesewetter auch mit der KI verbunden, solch einen swingenden Abend hätte es wohl nicht gegeben. Zusammen mit dem Bassisten Ivo Kassel und dem Schlagzeuger Gereon Homann bereiteten sie den musikalischen Grund für ein mitreißendes Konzert, bei dem Knut Kiesewetter mit markanter Stimme und seiner charismatischen Art sofort jeden Jazzliebhaber in der Kulturschmiede gewonnen hatte.

Über 50 Jahre Jazzgeschichte hautnah erlebt man nicht so häufig.

So zeitlos wie der Jazz ist auch die markante Stimme von Knut Kiesewetter, die jedem Standard ein ganz eigenes Gewand gab. Wenn er den Jazzstandard „Rosette“ anstimmte, dann klang es so frisch wie vor langer Zeit, als er mit diesem Song bei Joachim Berendts Jazzsendung im damals noch einzigen TV-Sender auftrat.

Knut Kiesewetter nahm sein Publikum mit auf eine Reise durch die Zeit, die für diesen Altmeister einfach stehen zu bleiben schien. Denn mit welcher Inspiration und Gefühlstiefe er Songs wie Eroll Garners „Misty“ aus dem Jahre 1954 sang, ging unter die Haut. Immer wieder suchte er freundschaftlich den Dialog mit dem Pianisten Tobias Sudhoff, ließ diesem unglaublich viel Platz für stimmungsvolle und jederzeit passende Klavier-Improvisationen.

Ivo Kassel und Gereon Homann, die mit Tobias Sudhoff die NuJazzCommunity bilden, legten ihre ganzen Erfahrungen in eine wunderbar passende Begleitung des von ihnen verehrten Knut Kiesewetter.

Mit seinen süffisanten kleinen Anekdoten lockerte Knut Kiesewetter den Abend sympathisch auf, konnten die Jazzfreunde oftmals nur schmunzeln vor so viel nordischem Humor. „Everyday I had the Blues“, „Work song“ und „Autumn leaves“ – zu jedem dieser weltbekannten Songs wusste Knut Kiesewetter etwas zu erzählen. Mit seiner wohltönenden Stimme sang er sich direkt in die Herzen seines Publikums, gefühlvoll und mit ganz viel Feingefühl. Wenn er „Georgia“ anstimmte, fühlte man ganz intensiv die Sehnsucht und Melancholie dieses zur Südstaaten-Hymne avancierten Songs.

Knut Kiesewetter hatte so viel zu erzählen, so viele Songs zu präsentieren – da verging die Zeit einfach viel zu schnell. Mit Knut Kiesewetter und der NuJazzCommunity hätte man noch stundenlang verweilen können. Aber leider hieß es irgendwann wie im letzten Song „Going home“. Wer diesen Abend mit Knut Kiesewetter erlebt hat, für den wird er eine bleibende Erinnerung sein.

 

Knut Kiesewetter in der Kulturschmiede (GZ)
Auch ohne Gesangsunterricht zur Weltklasse – Knut Kiesewetter und die NuJazzCommunity präsentierten den Jazzliebhabern beim Sonderkonzert der Kulturinitiative eine Reise durch fünf Jahrzehnte Jazzgeschichte. Als wahrer Glücksfall muss es gewertet werden, dass dieser Altmeister des Jazz für ein Konzert in Greven verpflichtet werden konnte.

Viel mag da wohl der Kontakt der KI zu dem Pianisten Tobias Sudhoff gewirkt haben, der seit vielen Jahren mit Knut Kiesewetter „nicht nur musikalisch“ intensiv befreundet ist. Auf seiner zweiten LP wurde Knut Kiesewetter als „New voice in Jazz“ betitelt, an diesem Abend erlebte man einen wahren Altmeister des Jazz. Auch wenn er seine Posaune nicht mitgebracht hatte, seine markante Stimme wirkte immer noch so direkt wie in „längst“ vergangenen Zeiten.

Die ungebrochene Energie von Knut Kiesewetter machte diesen Abend zu einen ganz intensiven Erlebnis. Mag die Stimme vielleicht anders klingen als in seinen Hochzeiten, sie erreicht und bewegt immer noch die Herzen der Menschen. Wer Knut Kiesewetter nur als Interpreten hochdeutscher, plattdeutscher und friesischer Lieder kannte, erlebte an diesem Abend einen ganz anderen Menschen. Dessen Wurzeln liegen im Jazz, zu dem er immer wieder zurückgekehrt ist.

Als Huldigung an die großen Komponisten bot er an diesem Abend eine Reise quer durch die Zeit und diverse Kontinente. Amerikanische Standards von Eroll Garners „Misty“ bis Isham Jones „It had to be you“ verwandelten die Kulturschmiede in einen der legendären Jazzkeller, in denen man seiner Leidenschaft für exquisite Jazz-Songs uneingeschränkt nachgehen konnte. Tobias Sudhoff am Klavier, Ivo Kassel am Bass und Gereon Homann am Schlagzeug wussten sehr einfühlsam zu begleiten.

Wenn Knut Kiesewetter aber Tobias Sudhoff zu Zwischenimprovisationen aufforderte, legte der Pianist ganz viel Gefühl in seine Spielweise. Knut Kiesewetter glänzte bei „Everyday I had the Blues“ ebenso wie beim „Work song“. „Who’s sorry now“ mit seinen fast 90 Jahren erklang einfach mitreißend.