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Old Blind Dogs und Cara im Ballenlager






Old Blind Dogs und Cara im Ballenlager


Old Blind Dogs und Cara im Ballenlager (WN)

Frischer irisch-schottischer Wind durchzog am Samstag mit “Cara” und den “Old Blind Dogs” das ehrwürdige Gemäuer des Ballenlagers. Das internationale Holzbläserfestival “Summerwinds” mit seiner facettenreichen Ausrichtung hatte in diesem Jahr zum Vergnügen des begeisterten Publikums auch Platz für die Uilleann Pipes, Scottish Border Pipes und Low Whistles. Die gute Zusammenarbeit zwischen GWK und KI schenkte den über 400 Fans guter von Hand gemachter Musik ein Musikerlebnis, das an Rasanz und Lebendigkeit nicht so leicht zu überbieten ist.

Die international zusammengesetzte Gruppe “Cara” zählt längst nicht mehr zu den Geheimtipps der Folkszene. Sie erobern mit ihrem innovativen Stil die Bühnen der Festivals, haben der keltischen Musik eine ganz mitreißende Farbe hinzugefügt. Mit Charme und Esprit hatte die “deutschen Folkprinzessin” Gudrun Walther sofort alle Sympathien gewonnen, konnte mit Fiddle und Akkordeon den Songs eine ganz warme Färbung liefern. Mit Jeana Leslie von den Orkney Inseln lieferte sie sich spritzige Fiddle- Dialoge und der Strahlkraft der ausdrucksstarken Stimmen von Gudrun Walther und Jeana Leslie konnte man sich einfach nicht entzeihen.

Ryan Murphy aus Cork als siebenfacher All-Ireland-Champion zeigte sich als meisterhafter Virtuose. In seinen rasanten Soli wie bei “Mike’s Ride” entführte der “junge Wilde” des Uillean Pipes in inspirierende Welten. Mit ihrem “Irish Folk made in Germany” hat sich die Gruppe “Cara” längst durchgesetzt. Ihre gefühlvollen langsamen Balladen gingen einfach direkt unter die Haut. Im Ballenlager heizten sie die Stimmung mit ihren fetzigen Jigs und Reels in ihren charakteristischen Arrangements mit jedem Song an.

Als die “Old Blind Dogs” aus dem tiefsten Schottland die Bühne betraten, war der Boden bestens bereitet für eine Band, die schon die Glasgow Royal Concert Hall in eine kochenden Folkclub verwandelt hat. Mit “St. Kild” ließen sie es im Ballenlager mit ihrer in über 20 Jahren auf allen Straßen der Welt gesammelten Erfahrung so richtig krachen. Wenn sie mit dem Publikum “To the beggin’ I will go” anstimmten, machte jeder begeistert mit.

Die “old Blind Dogs” zeigten sich als wahre Botschafter in Sachen traditioneller Folkmusik mit deutlich rockigen Elementen. Erfrischend und mit ungebremster Spielfreude ging es vom “Harris Dance” bis zum “Portobello”. Jonny Hardie, Aaron Jones, Ali Hutton und Fraser Stone präsentierten sich von ihrer besten Seite. Ihre gefühlvollen Balladen wie “Desperate fishwives” bewegten die Herzen und wenn sie mit Verve “zum Tanz” aufspielten, ging der Rhythmus sofort ins Blut.

Aber dieser Abend hielt noch ein weiteres musikalisches Präsent bereit. Nach dem “normalen” Konzert versammelten sich die Musiker zu einer großen Session. Zum ersten Mal überhaupt spielten Ryan Murphy mit seinem Scottish Boder Pipes und Ali Hutton mit dem Uilleann Pipes zusammen. Dieses Treffen der Meister war an Lebendigkeit und Spielfreude als grandioses Finale nicht zu überbieten.

 

 Old Blind Dogs und Cara im Ballenlager (GZ)
„Summerwinds Münsterland, Internationales Holzbläser Festival“ – so steht es auf dem umfangreichen Programmheft der Gesellschaft zur Förderung der westfälischen Kulturarbeit. Ja, Holzblasinstrumente waren auch am Samstagabend im ausverkauften Grevener Ballenlager im Einsatz. Jeweils eines bei der irischen Band „Cara“ und eines bei den „Old Blind Dogs“.

Schnell heizte sich der voll besetzte Saal auf – aber richtig heiß wurde es, als „Cara“ auftrat und die ersten typisch irischen Klänge ertönten. Eine solche internationale Spitzenband hatten die Grevener Folkfans wohl bis dato noch nicht zu hören bekommen. Klare Gesänge von Gudrun Walther und Jeana Leslie, unglaubliche Töne, die Ryan Murphy den Uilleann Pipes, einer extrem schwer zu spielenden Dudelsackart, entlockte und einem echten Künstler auf der Bodhran, Rolf Wagels. Jürgen Treyz rundete mit seiner Gitarre das fantastische Klangbild ab. Das Publikum schien vollkommen aus dem Häuschen.

So mancher fand es schade, dass der Saal bestuhlt wurde. „So kann man sich kaum bewegen und gerade diese Musik fährt derartig in die Glieder, dass man eigentlich tanzen muss“, so Claudia Heinze aus Emsdetten. Ryan Murphy, Yongster der Band und siebenfacher All-Ireland-Champion auf dem irischen Dudelsack, verzauberte die Zuhörer mit virtuosen Soli ebenso wie Rolf Wagels mit seinem unglaublichen Solo auf der Bodhran.

Mit tosendem Beifall verabschiedet übergaben „Cara“ die Bühne den alten blinden Hunden, wie sie sich selbst nennen. „Old Blind Dogs“, eine „neo-traditional“ Band aus Schottland begeisterten das Publikum nicht nur durch die lustigen Zwischenkommentare von Band-Chef Aaron Jones (Gesang, Bouzouki, Gitarre und Bass) sondern auch durch die Songtexte, bei denen man nicht wusste, ob man weinen oder lachen sollte.

Jonny Hardie (Geige, Mandoline Gitarre und Gesang) stammt aus dem Nordosten Schottlands, „eine traurige Gegend“ (so Jones), und musste immer wieder nach dem Motto „Ich hatte eine schwere Kindheit“ seine Lieder vortragen, die dann aber gar nicht so traurig waren. Fraser Stones saß dabei an seinen Drums, schloss die Augen und war ganz in seinen Rhythmen gefangen, während Ali Hutton auch noch die höchsten Töne seiner Whistle entlockte.

Überhaupt zeichneten sich beide Bands, die zum Abschluss gemeinsam auf die Bühne traten, durch die Lebensfreude aus. Ein musikalisch unterhaltsamer Abend endete gegen Mitternacht, als im Ballenlager die Lichter ausgingen.

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