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Rote-Mühle-Party in der Kulturschmiede






Rote-Mühle-Party in der Kulturschmiede


Rote-Mühle-Party in der Kulturschmiede (WN)

Es ist Samstagsabend, 21 Uhr. Wenn es bei der jüngeren Generation noch zum Feiern losgehen soll, trifft man sich um diese Uhrzeit langsam zum „Vortrinken“, um sich zu viel späterer Stunde allmählich auf den Weg zu machen. In der Kulturschmiede ist zu dieser Zeit allerdings, kurz nachdem sich die Türen geöffnet haben, kaum noch ein Durchkommen.

“Rote Mühle“, mehr braucht man gar nicht erwähnen, um alle, die die 50 gerade überschritten haben, anzulocken. Zum achten Mal hat die Kulturinitiative die Kultparty ins Leben gerufen. Der Garant für einen gelungen Abend: Werner Heiring, alias DJ „Fatty“. Mit rotem Shirt, perfekt abgestimmt auf die liebevoll dekorierten Poster und Ballons, steht er hinter seinem antiquierten Plattenspieler. „Das sind schon alles alte Schätzchen“, strahlt er stolz und holt ein paar Lieblinge aus seiner Vinylsammlung hervor. Diese umfasst Liedgut aus den 70ern und unzählige Hits, die noch heute in zahlreichen Radio-Sendern rauf und runter laufen. Keinesfalls aber langweilige Oldies, stattdessen ausschließlich tanzbare Songs, die wunderbar gute Stimmung verbreiten.

Stevie Wonder ist natürlich dabei, aber auch die Bee Gees dürfen nicht fehlen. „Fatty“ selber hat jetzt zwei, drei Minuten Zeit, um zu plaudern, dann muss die nächste Platte aufgelegt werden. „Eine topp Stimmung ist hier wiedermal, es ist einfach nur großartig“, fasst er den Abend zusammen. 23 war er damals, als er zum ersten Mal im „Schuppen“ auflegte, wie die meisten die Rote Mühle liebevoll nennen. Während seines gesamten Studiums stand er am Wochenende Abend für Abend als DJ auf der Bühne. „So habe ich mir mein Studium finanziert.“

Die sechs Jahre an der Konradstraße haben nicht nur ihn, sondern eine ganze Generation von Grevenern geprägt. „Das ist hier schon fast so wie beim Klassentreffen“, ist sich ein Frauenstammtisch einig. Sie haben als erstes die Tanzfläche erobert und weisen trotz einiger Schweißtropfen zu späterer Stunde noch tänzerisches Durchhaltevermögen auf, als „Sex Machine“ von James Brown erklingt. „Fatty“ sucht derweil „etwas Ruhiges“ aus seiner funkelnden Schatzkiste voller Musik. „Die müssen sich jetzt nach elf Minuten erst einmal erholen“, erzählt er mit einem Lächeln.

Ein Weilchen ist schließlich seit der guten alten Zeit schon vergangen. Ausruhen muss sich aber eigentlich niemand. Über 300 Personen tummeln sich auch zur späten Stunde noch auf der Tanzfläche. An der Seite erstrahlt in leuchtendem Rot das Wahrzeichen des Abends: Die Rote Mühle. Eine Party als Erfolgsgarant und Selbstläufer, die es auch im nächsten Jahr wieder geben wird.