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2026 – Mobiles Figurentheater – 1. März






2026 – Mobiles Figurentheater – 1. März

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Baustelle voller Emotionen

Von Regina Sommer

GREVEN. „Wie behaglich, wie geruhsam“, denkt Grabowski, wenn er am Abend, sobald die Lichter in der Stadt angehen, zufrieden aus der Erde kriecht. Noch genießt er sein beschauliches Leben auf der schönen Wiese eines Bauern am Stadtrand. Doch plötzlich wird alles anders.

Am Sonntag begeisterte Grabowski mit dem „Mobilen Figurentheater Bremen“ Dutzende Kinder und Erwachsene in der ausverkauften Kulturschmiede. Als Puppenspielerin gelang es Birgit Neemann auf virtuose Weise, mit ihrer Spielkunst Klein und Groß aktiv in das Geschehen einzubeziehen.

Zur Geschichte: Der kleine Maulwurf Grabowski gräbt jeden Tag viele unterirdische Gänge, schaufelt Hügel und genießt die Ruhe, die nur gelegentlich durch den Bauern gestört wird. Doch plötzlich vermessen fremde Männer das Land.

Es dauert nicht lang, bis die ersten Bagger anrollen. Diese zerstören Grabowskis Wohnung, denn auf der Wiese soll ein Hochhaus gebaut werden. Nichts ist mehr so wie vorher. Was bleibt dem Maulwurf anderes übrig, als auszuwandern und sich eine neue Bleibe zu suchen? Auf der Suche besteht Grabowski so manches Abenteuer.

In einem liebevoll gestalteten Bühnenbild erweckte Neemann als „Elvira Blümel“ ihre Handpuppe „Grabowski“ in witzig-pointierten Szenen zum Leben. Auf der Wiese grasen die Kühe, die aus einfachen Kartonagen hergestellt sind. Bauer „Knolle“ mag die schwarzen Haufen auf seiner Weide gar nicht.

„Buddelt der Maulwurf auf die Dauer, wird der Bauer Knolle sauer“– mit diesem kleinen Reim wird das Verhältnis zwischen Landwirtschaft und Natur griffig dargestellt. Unter der Grasnarbe wohnt „Grabowski“ in seinen verschiedenen Höhlen, die den Kindern vorgestellt werden. Mit wenigen Handgriffen verwandelt sich der Tisch, auf dem vor wenigen Augenblicken noch eine bunte Wiese blühte, in einen Maulwurfbau.

„Da oben ist der Wurm“, riefen die Kinder dem Maulwurf lautstark zu, als dieser nach Nahrung in seinem Bau suchte. Diese Idylle wurde durch die Arbeiter der Firma „Heinzelmann“ gestört, die auf der Wiese mit dem Bau eines Hauses begannen.

Auf unterhaltsame Art stellten Zwerge mit Bauarbeiterhelmen den Fortgang der Arbeiten dar, die „Grabowski“ aus seiner vertrauten Umgebung vertrieben. Die Wandlung einer Gießkanne zu einem Bagger war Bestandteil des Theaterstücks, das die Fantasie der jungen Gäste immer wieder anregte. Einfach herrlich – da staunten selbst die Erwachsenen.

Nach einer gefährlichen Reise, bei der Straßen, Schienen und Gewässer gequert wurden, fand der Maulwurf zur großen Freude aller Mitfiebernden eine neue Wiese, unter der er einen neuen Bau anlegen konnte.

Seit 2012 reist Birgit Neemann mit dem Figurentheater durch die Republik. Die Bremerin stand auf der Theaterbühne und wagte nach Schließung des „Theatriums“ den Schritt in die Selbstständigkeit. Ihr überzeugendes Gastspiel in Greven verwandelte die Kulturschmiede in eine lebendige Baustelle voller Emotionen.



Quelle: 2026 – Mobiles Figurentheater – 1. März